4.3 Naturerlebnisraum

Die vorhandene Natur mit ihren Ressourcen in Stutensee ist das wertvollste Gut und muss dementsprechend geschützt werden. Gleichzeitig bestehen aber auch Ansprüche an die Natur, in dem sie erlebt und für vielfältige Freizeitaktivitäten genutzt werden möchte. Der Zielkonflikt muss aufgelöst werden, damit die Freiräume zu verbindenden Elementen von Stutensee für nachfolgende Generationen im Sinne eines großen Landschaftsparks werden können.

Es müssen strukturierte Freiräume geschaffen werden, die es ermöglichen, dem Druck, der im Freiraum auch von außen, z.B. aus Karlsruhe besteht, entgegen zu treten. An ausgewählten Zielpunkten sollen Einrichtungen entstehen, die es den Menschen ermöglichen, die vorhandene Natur zu erleben ohne sie zu zerstören. Dabei sind Einrichtungen, wie z.B. ein Biergarten entlang von Hauptrad- oder -fuß-wegen zwischen den Stadtteilen eine sinnvolle Maßnahme, die auch die Attraktivität im Freizeitsektor erhöhen kann.

Durch solche kleineren Maßnahmen werden lange Wege, die die städtische Bevölkerung für ihre Freizeitnutzung vor allem mit dem Pkw zurücklegt, um z.B. in den Kraichgau oder in die Pfalz zu kommen, erheblich reduziert, da ein adäquates Angebot nun in nächster Nähe anzutreffen ist. Zudem ist es für sie möglich mit der Stadtbahn oder dem Rad nach Stutensee zu kommen, ohne die dortige Natur stark zu belasten. Die Reduzierung der Wege mit dem Auto wirkt insgesamt nachhaltig, wenngleich sie für Stutensee zunächst eine erhöhte Belastung an Freizeitverkehr bedeutet. Doch gerade dieses Potential mag vor dem Hintergrund einer sich entwickelnden Struktur an Freizeitangeboten durchaus positive Chancen haben und eventuell zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Freizeitsektor beitragen.

Durch Ausbau und Strukturierung der Fuß- und Radwege ist die Vernetzung zwischen den Stadtteilen zu erzielen. Damit wird das Miteinander, die Gemeinschaft der Stadtteile gefördert und eine Grundstruktur für sich entwickelnde Freizeitnutzungen geschaffen. Um dies jedoch umweltverträglich gestalten zu können, müssen die bestehenden Freiräume in Kategorien der Schutzwürdigkeit eingeteilt werden, damit ein Schutz hochwertiger Bereiche einhergeht mit der Chance zur Umgestaltung bisher noch unattraktiver Freiflächen. Neben einer verträglichen Nutzung der Natur wird so die Gestaltung eines großen Landschaftsparks zwischen den Stadteilen möglich, der zum Hauptelement der Verbindung für Stutensee werden wird.

Die sensiblen, artenreichen Bereiche müssen besonders geschützt werden. Dabei ist es auch notwendig, diese Bereiche zu definieren und in einen schützenswerten Zustand zu versetzen, da Teile dieser Bereiche sich derzeit in einem ungepflegten Zustand befinden.

Ein zweiter Bereich in der Natur soll soweit genutzt werden, dass er zwar betrachtet aber nicht zerstört werden kann. Der dritte Naturbereich soll der Kultur- und Freizeitnutzung freigegeben werden.

In diesem Bereich müssen auch kommerzielle Angebote möglich sein, denn die Erhaltung der schützenswerten Bereiche muss finanziert werden. So entsteht ein, in vielen Facetten erleb -und nutzbarer Freiraum, der die Qualitäten eines großen Parkes erhalten kann. Dies sichert den Erhalt der Natur und erhöht auch die Lebensqualität in Stutensee.

Da in Zukunft die individuelle Freizeitnutzung ansteigen wird, müssen die Menschen für das Erleben in der Natur sensibilisiert werden. Jeder Einzelne muss wieder neu lernen, Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Nur so wird es gelingen, das individuelle in ein gemeinsames Naturerlebniss zu führen.

 

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