In den nächsten 30-40 Jahren wird ca. ein Viertel unserer Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Das typische Rentenalter, d.h. das Ende der festen Berufstätigkeit, wird dann schon zwischen 55 und 60 Jahre liegen. Dabei wird die Mehrheit dieser Altersgruppe nach Eintritt ins Rentenalter vital und aktiv sein. Für diesen Teil der Bevölkerung müssen Angebote geschaffen werden, damit die ,jungen Alten nicht auf das "Abstellgleis" gestellt werden. Aber auch für pflegebedürftige Personen müssen Einrichtungen so gestaltet werden, dass ihr Leben noch lebenswert ist.
Für die ,jungen Alten müssen Treffpunkte geschaffen werden, an denen sie sich mit anderen Menschen aus der Stadt austauschen und gemeinsame Aktivitäten unternehmen können. Diese Treffpunkte sind in den Ortsmittelpunkten zu gestalten, damit nicht das Gefühl vermittelt wird, man sei an den Rand der Gemeinschaft gedrängt.
Für die mobilitätsbehinderten Senioren ist es wichtig, dass die Wege zu den Treffpunkten bequem, barrierefrei und gefahrlos gestaltet sind. Darüber hinaus muss eine Grundversorgung in allen Stadtteilen für die Zielgruppe gewährleistet sein, und zwar so, dass an einem zentralen Punkt alle Waren für den täglichen Bedarf zu Fuß oder mit dem Fahrrad erworben werden können, dass eine zentrale Anlaufstelle für alle persönlichen und behördlichen Probleme besteht und dass es eine Grundversorgung an Pflege und ärztlicher Hilfe gibt.
Das vorhandene Potential der Senioren, also ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung, ist ein wichtiges Gut, das sowohl von den Senioren weitergegeben, als auch von den jüngeren Mitbürgern aufgenommen werden muss. Für diese Zwecke müssen z.B. soziale Einrichtungen geschaffen oder von den Senioren freiwillig betreut werden. So ist auch nach Eintritt in den Ruhestand, das Wissen der Senioren für Handwerksbetriebe und junge Unternehmen von unschätzbarem Wert. Dieses Potential muss erschlossen werden, denn damit kann die Stadtentwicklung in neue Dimensionen geführt werden. Natürlich können die ,jungen Alten auch Führungen in der Natur, an denen Schulklassen oder interessierte Gruppen teilnehmen, o.a. allgemeinbildende Aktivitäten übernehmen, die eine gute Möglichkeiten bilden, Wissen um die natürlichen Zusammenhänge und vor allem Werte des gemeinschaftlichen Lebens unserer Traditionen zu vermitteln.
Für pflegebedürftige Personen sind Einrichtungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass dieser Personenkreis so lange wie möglich in seiner Wohnung bleiben und versorgt werden kann, damit ein Wechsel in ein Pflegeheim nicht notwendig ist und der Lebensabend in Würde verbracht werden kann.
Für Familien und auch für die Jugend sind Voraussetzungen zu schaffen, die ihnen die Möglichkeit bieten, in Stutensee alle kommerziellen und ideellen Bedürfnisse zu befriedigen und die bisher langen Wege, wie z.B. zur Freizeitgestaltung nach Karlsruhe, zu verringern.
Für die Familien und die Jugend muss, wie für die Senioren gewünscht, ebenso ein Ort für einen Treffpunkt - vielleicht ja ein gemeinsamer - gestaltet werden. Eine Verknüpfung der drei Generationen an einem zentralen Ortsmittelpunkt ist dabei ein wichtiges Ziel in der Stadtentwicklung für Stutensee. Gelingt dieses, sind auch Werte, die das Leitbild der Dorfgemeinschaft vermittelt, umsetzbar.