5.1 Zielbereich Einkaufen

Ausgehend von der Betrachtung der einzelnen Stadtteile konnten allgemeine wie auch spezifische Mängel bzw. Qualitäten herausgearbeitet werden.

Staffort

Auf Grund der geringen Bevölkerungszahl ist die Ansiedlung von Einzelhandel sehr schwierig trotz des festzustellenden Versorgungsdefizits. Basis für Einzelhandel dürfte hier der Familienbetrieb sein, ein Sachverhalt, der Standortfragen über Grundstückseigentum vorbestimmt.

Es ist zu prüfen, welches Warenangebot sich halten kann, ob ein solches Angebot stationär oder mobil zu organisieren ist. Vorstellbar wäre ein "Laden" für ein wechselndes, bedarfsorientiertes Angebot. Der Standort für Grundversorgung an der Büchenauerstraße (Bereich Zollhausstr.) ist gut, muss aber als Konkurrenz zur Weingartenerstr./Lutherstr. gesehen werden.

Spöck

Die Neuansiedlung des Marktes an der nördl. Adlerstraße ist eine wichtige Vorgabe, die Grundversorgung wird damit gewährleistet. Ziel sollte sein, den dann erreichten Standard zu halten, ggf. durch ein mobiles Angebot zu ergänzen. Denkbar wäre eine Nutzungsverdichtung in der Spechaastraße mit Endpunkten Stadtbahnhaltestelle "Schule" und Kronenplatz. Ausgangspunkt muss die Erhaltung von Ortstypischem sein ohne zusätzlichen Verkehr zu erzeugen.

Friedrichstal

Die Grundversorgung ist gegeben, ein Defizit ist bei Kurzwaren / Textilien/ Schuhen festzustellen. Im Zusammenhang mit der baulichen Entwicklung (Schöneichenjagen / Süd II) ist ein Versorgungsstandort im Bereich der neuen Haltestelle vorzusehen. Des Weiteren ist zu prüfen, ob für den alten Friedhof (Parkstr.), die Rheinstraße und den Kirchplatz städtebauliche Ziele benannt werden können als Ansatzpunkte für die notwendige Aufwertung bzw. strukturelle Verbesserung im Stadtteil.

Blankenloch

Das Angebot für den täglichen Bedarf ist ausreichend, das Defizit liegt im Bereich des periodischen Bedarfes, ein Herrenausstatter fehlt und ein Straßencafé. Wichtig war die Feststellung, dass Service, Öffnungszeiten und Werbung unbedingt koordiniert und verbessert werden müssen. Dass im Gewerbegebiet "Nord l" Einzelhandel angesiedelt wurde, muss heute als Fehler anerkannt werden, ob es rückgängig zu machen ist, ist sehr fraglich. Um die Situation im Ortskern zu stärken, muss über Zuschüsse zu Parkierungs- und Fahrtkosten nachgedacht werden.

Kann die Hauptstraße als "Flaniermeile" ausgestaltet werden? Brauchen wir einen Ortsmittelpunkt oder ist die Ausbildung eines Achsenkreuzes (NordSüd in Hauptstraße / OstWest von Rathaus von Markt zur Schule) der richtige städtebauliche Ansatz? Hintergrund dieser Fragestellung ist die fußgängerfreundlichere Nutzbarkeit der öffentlichen Straßenräume.

Hinsichtlich Büchig wurde festgestellt, dass mit dem Neubau des Marktes die Grundversorgung gesichert ist, zusätzlicher Bedarf nur bedingt notwendig scheint. Ob die Lage des Einkaufsmarktes allerdings günstig für die Entwicklung von Büchig ist, bleibt abzuwarten.

Präambeln zum Einkaufen

Präambel 1: Die Grundversorgung für den täglichen Bedarf muss in allen Stadtteilen gewährleistet sein.

Präambel 2: In allen Stadtteilen ist das Einzelhandelsangebot, insbesondere in Blankenloch, zur Unterstützung der Zentralität so breit gefächert wie möglich zu festigen und zu entwickeln.

Präambel 3: Der weiteren Ansiedlung von Einzelhandel mit täglichem Bedarfsangebot in Gewerbegebieten ist aufgrund der Konkurrenz zur Innenstadtlage gegen zu steuern.

Ziele zum Einkaufen

Ziel 1: In den Stadtteilen sind Mittelpunkte als Kristallisationspunkte für ein lebendiges Ortsbild in Verbindung mit Einzelhandelsangeboten auszubilden.

Ziel 2: In Blankenloch ist zur Betonung der Ortsmitte eine West-Ost-Achse zwischen Rathaus und Schulzentrum quer zur Hauptstraße als Ortsmittelpunkt zu entwickeln.

Ziel 3: Für die Förderung der Akzeptanz bzw. der Verweildauer in den Ortsmittelpunkten ist die qualitätsvolle Ausgestaltung des öffentlichen Raumes zwingend.

Ziel 4: Durch maßvolle bauliche Verdichtung im Ortskern ist die Nutzungsdichte, die Benutzerdichte zu erhöhen, und kurze Wege sind zu ermöglichen.

Ziel 5: Flächenmanagement und Gründungshilfen müssen durch Aktivitäten der Stadt vorbereitet werden.

Ziel 6: In den Gewerbegebieten ist ein ergänzendes Angebot für den längerfristigen Bedarf zu erhalten und zu schaffen.

 

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