6.1 Grundsätze der Stadtentwicklung

Aus den entwickelten Zielen sind allgemeine Grundsätze für die Stadtentwicklung abgeleitet. Sie spiegeln die bereichsspezifisch erarbeiteten Präambeln wider und stellen die wesentlichen übergreifenden Punkte zusammen. Daraus lassen sich die aus aktueller Sicht erforderlichen Handlungsbereiche ableiten, die kurzfristig in Angriff genommen werden können.

Folgende Leitbilder sind für Stutensee ausgewählt:

Vor dem Hintergrund dieser Leitbilder wurden zehn Grundsätze der Stadtentwicklung gefasst, die Grundlage für das weitere Handeln in der Stadt sein sollen:

1. Schaffung einer Ortsmitte

Mit der Gestaltung einer Ortsmitte in jedem Stadtteil ist eine Identifikation der Bürger zu erreichen, die einerseits den Stadtteil selbst einbezieht, aber auch Auswirkungen auf die Identifikation mit der Gesamtstadt hat. Sie soll ein Treffpunkt sein, an dem Kommunikation stattfindet.

2. Schützen und Nützen des Natur- und Landschaftsraumes

Mit dem Bestimmen von unterschiedlichen Wertigkeiten in Natur- und Landschaftsräumen ist es möglich, Teilbereiche auf Dauer zu erhalten, die Erlebnisqualität in der Natur zu gestalten und in Teilbereichen tragfähige Freizeitangebote im Freiraum zu ermöglichen. Damit wird ein nachhaltiges Handeln im Naturraum möglich werden.

3. Aufwertung der Gemeinschaft

Als Gegenpol zum heutigen Individualismus wird durch gemeinschaftliches Handeln über alle Altersgruppen hinweg eine Brücke geschlagen, die die Gemeinschaft stärken kann. Damit wird es möglich, traditionelle Werte zu vermitteln und Allgemeingut weiter zu geben. Insbesondere die Einbindung von NeubürgerInnen kann auf diesem Wege erreicht werden.

4. Schloss Stutensee als Mittelpunkt

Das Schloss Stutensee liegt zentral in der Gemarkung. Das Ziel in den nächsten Jahren soll sein, diesen Ort in das öffentliche Leben einzubinden und dort allgemein zugängliche Nutzungen und Feste zu etablieren. Dies kann auch mit der derzeitigen Nutzung durch den Landeswohlfahrtsverband möglich sein.

5. Entwicklung einer Stutensee - Identität

Das emotionale Selbstverständnis der Stutenseer BürgerInnen als BürgerInnen von Stutensee muss in der Weise wachsen, wie die Bedeutung von Stutensee in der Region Karlsruhe zunimmt. Gleichzeitig muss Stutensee auch ein Image nach außen erhalten. Die "Wissensstadt Stutensee" ist ein Ansatz, um sich deutlich in der Technologieregion Karlsruhe zu behaupten.

6. Blankenloch übernimmt die zentrale Funktion

Im größten Stadtteil von Stutensee sollen die zentralen Funktionen wie Einkaufen, Arbeiten, Schulen auch weiterhin konzentriert entwickelt werden. Es müssen weitere attraktive Angebote aus allen Bereichen geschaffen werden, um zu erreichen, dass diese Angebote vor Ort und nicht in Nachbarstädten aufgebaut werden.

7. Erhöhung der Wohnqualität

Das Empfinden der Wohnqualität ist der Schlüssel zur Identifikation der BürgerInnen mit ihrer Stadt. Zufriedenheit muss durch ein integratives Maßnahmenbündel im Bereich des Wohnumfeldes, der Ortsmitte und der naturnahen Naherholungsgebiete am Ortsrand erreicht werden.

8. Förderung von Firmengründungen

Insgesamt sind Wege zu beschreiten, die es jungen Unternehmern erleichtern, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Fühlungsvorteile, wie z.B. die Nähe und die direkte Verbindung an das Kommunikationsnetz von Technologiezentrum und Universität Karlsruhe sowie aber auch naturräumliche Qualitäten im Umfeld von Stutensee sind wichtige Vorteile des Standortes.

9. Einbindung in die Region

Aktivitäten und Handlungen der Stadt werden regional abgestimmt. Damit soll erreicht werden, dass die Ziele gegenseitig harmonisiert sind und gemeinsam gehandelt werden kann.

10. Fortsetzung des Agenda-Prozesses

Die konsequente Fortsetzung des bisherigen Prozesses ist notwendig, um Bürgerbeteiligung und Gemeinschaftssinn vor Ort zu erreichen. Das ist der Grundstock für die im Stadtentwicklungsplan genannten Ziele sowie die Umsetzung der dort geplanten Maßnahmen. Nur durch die Fortsetzung des Agenda-Prozesses kann sichergestellt werden, dass das bisher Erarbeitete umgesetzt werden kann und dass das gewünschte Engagement für die Gemeinschaft entsteht.

Es sind Arbeitsgruppen aus sachkundigen BürgerInnen dauerhaft einzurichten, die bei den Entscheidungsprozessen mitwirken und die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung unterstützen. Die wesentliche Aufgabe der Arbeitsgruppen ist die Konkretisierung der hier vorgegebenen Ziele.

Für den Gemeinderat und die Stadtverwaltung gilt der Stadtentwicklungsplan als Grundlage für die zukünftige Arbeit.

 

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