"Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden", jeder kennt diese Spruchweisheit. Aber wo wollen wir eigentlich hin? Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand, stimmte überein, dass die Zukunft der gesamten Menschheit davon abhängt, wie wir die brennendsten Fragen auf den Gebieten "wirtschaftliche und soziale Entwicklung" sowie "Umwelt- und Naturschutz" beantworten.
Wie schwer es ist, solche Themen global zu lösen, hat sich immer wieder gezeigt: zu unterschiedlich sind die Interessenslagen der einzelnen Länder und Völker. Der Ansatz, globale Ziele auf lokaler Ebene unter Einbeziehung der Einwohnerschaft umzusetzen, verspricht jedoch einen ungleich wirksameren Ansatzpunkt.
Die Stadt Stutensee hat 1998 mit ihrer Lokalen Agenda begonnen. Den Auftakt machte das bundesweit beachtete Projekt "Umwelt mit allen Sinnen begreifen", bei dem über 900 Schülerinnen und Schüler aller Stutenseer Schulen sämtliche Arbeitsgänge zur Herstellung des Lebensmittels "Brot" von der Vorbereitung des Ackerbodens bis hin zum Verarbeiten zum fertigen Produkt buchstäblich "begreifen" lernten. Jüngstes Projekt ist die länderübergreifende Kooperation mit dem französischen Gemeindeverband "La Petite Pierre", bei dem es um die nachhaltige Verwendung des Rohstoffes Holz geht.
Ungleich breiter angelegt ist das 1999 initiierte AGENDA-Projekt "Stadtentwicklungsplanung". Es legt den Gedanken der kommunalen Selbstverwaltung zu Grunde, die eine Stadt weitgehend selbst zur Errichtung, Verwaltung und Unterhaltung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Infrastruktur ermächtigt. Und da die Verwaltungs- und Politikebene der Kommunen den BürgerInnen am nächsten sind, kann hier am besten eine Einbeziehung der Einwohnerschaft erfolgen, ohne die ein solches Projekt nicht tragfähig wäre.
Die nun vorliegende Stadtentwicklungsplanung zeigt, dass nicht einseitig die Ökologie vor die Ökonomie gestellt oder soziale Fragen ausgeblendet werden, vielmehr werden sämtliche Blickwinkel in die Gestaltung der Zukunft mit einbezogen. Damit ist das Werk mehr als nur ein Überblick über mögliche Handlungsalternativen für eine nachhaltige Entwicklung unseres Gemeinwesens. Im wörtlichen Sinne bedeutet AGENDA "zu handeln" und deshalb soll das Konzept neben den schon bestehenden Planungen wie z.B. Stutensee 2000 oder dem Biotopvernetzungsplan ein plastisches Zielszenario sein, an deren Umsetzung wir konkret arbeiten können. In dieser Konkretheit unterscheidet sich unser AGENDA-Projekt von den vielen oft nur auf dem Papier stehenden Vorhaben.
Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich bei allen, die dieses Projekt mit getragen haben: In erster Linie bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich in den einzelnen Gruppen mitgearbeitet und ein hohes Maß an Freizeit und persönliches Engagement mit eingebracht haben; aber auch bei der Steuerungsgruppe, die den gesamten Prozess koordiniert hat und bei dem Büro Modus-Plan für die federführende Begleitung.
Mit diesem Bericht ist das Projekt nicht abgeschlossen - ganz im Gegenteil. Jetzt geht es darum, im Gemeinderat festzulegen, welche der konkreten Zielvorstellungen in welcher Reihenfolge in die Realität umgesetzt werden. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen sehr herzlich ein, mit uns gemeinsam unsere Stadt weiter voranzubringen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Zielvorstellungen kennen zu lernen und bringen Sie sich und Ihre Ideen in den kommenden Entwicklungsprozess mit ein.
Ihr
Klaus Demal
Oberbürgermeister