Stutensee wurde 1975 aus den selbständigen Gemeinden Blankenloch/ Büchig, Friedrichstal, Spöck und Staffort gegründet und ist seit 1.1.1998 Große Kreisstadt. Die Aufgabe des Stadtentwicklungsplanes besteht darin, für Stutensee und seine vier Stadtteile ein gemeinsames Leitbild für die nächsten 20 bis 30 Jahre zu erstellen sowie konkrete, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen abzuleiten, die die geplante Entwicklung unterstützen.
Die Entwicklungsstrategie muss ein Gesamtleitbild für die Große Kreisstadt Stutensee entwickeln und aufgrund der großen Entfernungen zwischen den Stadtteilen auch für jeden Stadtteil angepaßte Ziele beinhalten.
Der Gemeinderat hat sich vor diesem Hintergrund Anfang 1999 entschieden, den Stadtentwicklungsplan (STEP) aufzustellen und die Bearbeitung im Rahmen der Lokalen Agenda durchzuführen. Aufgrund der breiten Öffentlichkeit dieses Agenda-Prozesses sollen die Ergebnisse der Stadtentwicklungsplanung auf eine breite Basis mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung gestellt werden. Gleichzeitig ist auch angestrebt, die interessierte Bürgerschaft bereits frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden, um Ideen und Anregungen umfassend einfließen lassen zu können. Mit Beschluss vom Juni 1999 im Gemeinderat wurde Modus Plan mit der Moderation und inhaltlichen Bearbeitung beauftragt, den STEP innerhalb eines Jahres als Basis für daraus abzuleitende Agendaprojekte zu erarbeiten.
Das Ziel ist die Integration der Stadtteile in ein Leitbild der Großen Kreisstadt und das Ziel ist auch, einen Prozess der Bürgerbeteiligung auf der Basis der gegenseitigen Akzeptanz in Gang zu setzen. Im Vordergrund steht die Gemeinschaft der BürgerInnen, denn nur darüber definiert sich eine Stadt. Durch Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement werden die Ressourcen einer Stadt aktiviert. Gleichzeitig wird auch eine Basis für die Stadtgemeinschaft geschaffen, die sich in Stutensee noch herausbilden muss. Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil der Trend in unserer Gesellschaft hin zu Individualismus und Egoismus tendiert und diese Entwicklung in ihrer letzten Konsequenz die Stadtentwicklung untergräbt.
Während der Bearbeitung sind Bevölkerung und Interessenvertreter direkt in den Planungsprozess eingebunden worden. So können lokale Ansätze und gesamtstädtische Ziele am besten zusammengeführt werden. Bei dieser Arbeitsweise spielt aber auch die Akzeptanz der gemeinsam erarbeiteten Lösungen eine große Rolle für die spätere Umsetzung der Maßnahmen, denn die Stadt kann viele Ansätze nicht mehr ohne die Unterstützung der Bevölkerung umsetzen. Insofern wird der Stadtentwicklungsplan in die Lokale Agenda eingebettet und bezieht deren Art der Vorgehensweise, die Integration von BürgerInnen und das Ziel der Bildung von projektbezogenen Arbeitsgruppen mit ein. Damit wird das Ziel verfolgt, die nachhaltige Entwicklung der Stadt auf allen Ebenen durch das Rahmenplaninstrumentarium des Stadtentwicklungsplans vorzubereiten und gleichzeitig Freiräume für überschaubare und machbare Projekte zu schaffen.
Ein wesentlicher Motor der Entwicklung waren die Inhalte des Stutenseer Vertrages und die Nähe zum Oberzentrum Karlsruhe. Dies wird sich in Zukunft ändern, wenn die Entwicklung verstärkt aus sich selbst heraus gestaltet werden muss. Hier ist die Entwicklung von gewerblichen Bauflächen, die Arrondierung der Wohngebiete, die Lösung der Verkehrsprobleme und insbesondere die qualitative und gemeinschaftsorientierte Entwicklung in den Stadtteilen zu berücksichtigen und zu fördern. Insbesondere die Vernetzung der Stadtteile zu erreichen, wird das Ziel über alle Themenbereiche hinweg sein, denn nur ein Gemeinschaftsgefühl unter den BürgerInnen wird das Zusammenwachsen ermöglichen und eine lebenswerte Zukunft schaffen.
Es besteht vordringlich die Notwendigkeit, sich mit dem Bestand, den Ortskernen und den Bedürfnissen der `alten´ und `neuen´ Bevölkerung sowie den Angeboten in allen sozialen, kulturellen und freizeitorientierten Bereichen auseinander zu setzen, um die schnelle Entwicklung der vergangenen Jahre nun in einen Prozess der Konsolidierung und zielgerichteten Entwicklung zu führen. Insbesondere die Ortskerne werden in diesem Prozess eine große Rolle spielen, denn die Gemeinschaft benötigt einen öffentlichen Platz zur Identifikation und als Treffpunkt.
Durch die Lage im Naturraum ergibt sich für Stutensee darüber hinaus ein starker Impuls in Richtung Freizeit und Naherholung für die Stadt und die Region. Gerade in diesem Bereich müssen die Interessen der Naherholungssuchenden mit denen des nachhaltigen Naturschutzes ausgeglichen und einvernehmlich gelöst werden. Ein Leitbild wird sich daher u.a. mit den naturräumlichen Flächen zwischen den Stadtteilen auseinander setzen.
Der Stadtentwicklungsplan ist nur als Zwischenstand für den weiteren Agenda-Prozess gedacht. Er soll Richtungen angeben, in die sich die Stadt in Zukunft entwickeln soll. Bei der weiteren Umsetzung der Planungsziele ist es dann zwingend notwendig, dass die Nachhaltigkeit über allem steht, immer in diesem Sinne gehandelt wird und jede Maßnahme vor diesem Hintergrund geplant wird.