Ausgehend von den Vorgaben und dem Grundgedanken, im kommunalen Umwelt- und Naturschutz auf Nachhaltigkeit der Auswirkungen zu setzen, wurde innerhalb der Stadtverwaltung die Idee geboren, ein umfassendes Projekt zur Umweltbildung zu entwickeln und durchzuführen. Als Zielgruppe wurden die Schulkinder in Stutensee ausgewählt, speziell die 8- bis 15-Jährigen aufgrund der Strukturierung des Projekts.
Grundlegende Idee war, den Kindern ihren Lebensraum Stutensee im wahrsten Sinne des Wortes "begreifbar" zu machen. Mit ihren eigenen Händen und allen Sinnen sollten sie ihre natürliche Umwelt erleben und die einzelnen natürlichen Lebensräume kennenlernen. Auf dem Gemarkungsgebiet vorkommende Naturmaterialien sollten be- und zu neuen Produkten verarbeitet werden. So sollten sie einen Einblick in natürliche Stoffkreisläufe Als Medium für die durch die Kinder zu machenden Erfahrungen dienten in erster Linie vorgeschichtliche (jungsteinzeitliche) landwirtschaftliche Techniken und Verhaltensweisen.
Das Projekt lief über das ganze Jahr 1998 und war durch die Jahreszeiten vorgegeben.
Das Projektjahr begann mit der Beschaffung von Hölzern aus den heimischen Wäldern. Mit diesem Material wurden anschließend Geräte zur Bodenbearbeitung hergestellt (Hakenpflüge, Furchenstöcke). Anfang bis Mitte März wurden die von ortsansässigen Landwirten und Bürgern zur Verfügung gestellten Ackerflächen (beim Schloss Stutensee, in Blankenloch und in Büchig) mit diesen Geräten bearbeitet. Anschließend erfolgte per Hand die Aussaat von Getreide (Dinkel, Emmer, Buchweizen) und Faserpflanzen (Flachs, Hanf). Selbst hergestellte Zäune aus Weiden schützten die Ackerflächen. Der Aufwuchs des Getreides wurde beobachtet und dokumentiert, ebenso das Aufkommen von Wildkräutern. Bis zur Ernte fertigten die Kinder hierfür geeignete Geräte (Sicheln, Erntemesser) aus einheimischen Hölzern und Feuerstein. Zeitgleich wurden Lehmkuppelöfen gebaut. Das geerntete Getreide wurde gedroschen, entspelzt und auf Schiebemühlen aus Stein zu Mehl vermahlen. Mit diesem Mehl wurden Brote hergestellt und in den Öfen oder auf heißen Steinen gebacken. Sämtliche Arbeitsschritte wurden dokumentiert und im Rahmen von Projekttagen der Öffentlichkeit vorgestellt.