Kreisintegrationspreis zum zweiten Mal vergeben

Stutensee

Stutensee mit Kreisintegrationspreis ausgezeichnet

Stadtverwaltung und private Initiativen in Stutensee ausgezeichnet

Die Integration von Migranten ist nicht erst seit dem Flüchtlingsstrom dieser Tage eine große gesellschaftliche Herausforderung. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis Karlsruhe 2013 einen Kreisintegrationspreis initiiert und zum zweiten Mal in der öffentlichen Sitzung des Jugendhilfe- und Sozialausschusses am 28. September im Landratsamt vergeben, um beispielhafte Projekte und herausragende Aktivitäten der Integrationsarbeit für Menschen mit Migrationshintergrund zu würdigen. Oberbürgermeister Klaus Demal berichtete in der letzten Gemeinderatssitzung, dass erfreulicherweise gleich mehrere Projekte aus Stutensee ausgezeichnet wurden.

Der erste Preis mit einem Preisgeld von 1.000 Euro geht an Christine Krüger aus dem Stadtteil Friedrichstal, die ein Malprojekt an der Gemeinschaftsunterkunft in Stutensee-Friedrichstal konzipiert und umgesetzt hat, bei dem Asylbewerberinnen die Möglichkeit haben, sich künstlerisch zu betätigen. Zielgruppe des Projekts sind Flüchtlingsfrauen und Kinder, die traumatisiert sind durch Gewalt und in den Kursen mit unterschiedlichen Farben und Materialien das Erlebte künstlerisch verarbeiten können. So wurden beispielsweise in den sehr gut angenommenen Kursen Holzblumen und Wolken gestaltet, welche nun die Gemeinschaftsunterkunft optisch aufwerten.

Eine Anerkennung für das Engagement in der Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund erhielt das Familienzentrum Friedrichstal in der Kategorie „gute Integrationsarbeit“. Beate Hauser und der gesamte Helferkreis leisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement seit Jahren einen wesentlichen Beitrag für Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft Friedrichstal. Das „Kult Café“ heißt die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft willkommen, stellt ihnen passgenaue Angebote zur Verfügung, gibt Deutschunterricht und ist ein Ort der Integration und der Begegnung.

In der Kategorie „Beispielhafte kommunale Integrationskonzepte“ wurde der Beitrag der Stadt Stutensee gewürdigt. Die Fachjury konnte insbesondere durch die ganzheitliche Herangehensweise und das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens überzeugt werden, wodurch nicht nur eine Willkommenskultur entsteht, sondern auch ein Klima der Gemeinsamkeit, Weltoffenheit und des Zusammenhalts. Dies geschieht beispielgebend in Stutensee durch vielfältige lokale Initiativen. So engagiert sich die Wirtschaftsförderung der Stadt auf der jährlich stattfindenden Ausbildungsplattform dafür, Unternehmen, deren Inhaber Migrationshintergrund aufweisen, als Vorbilder im Sinne der ethnischen Ökonomie zu gewinnen. Zudem nimmt die Stadt mit einer ehrenamtlichen Integrationsmittlerin am Programm des Landkreises Karlsruhe teil, mit dem Ziel durch ehrenamtliche Strukturen Migranten Orientierung zu geben. Ferner ist seit 2015 die Stelle der Integrationsbeauftragten bei der Stadtverwaltung besetzt. Der Tatsache geschuldet, dass Sprache ein wichtiger Baustein für eine gute Integration ist, hat die Stadt drei Schwerpunkt-Kitas „Sprache und Integration“ eingerichtet. Zudem findet in allen Stadtteilen außerunterrichtliche Sprachförderung durch Studierende der PH Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus statt. Auch für Erwachsene werden Integrationskurse, Elterncafé, Kochwerkstätten  und das SprachTheaterProjekt „Spielend Deutsch lernen“ angeboten. Die Schwimmabteilung des Sportvereins Blankenloch hat sich dem Thema Integration durch Sport anhand von Schwimmkursen für Frauen mit Migrationshintergrund angenommen.

Oberbürgermeister Klaus Demal würdigte die geleistete Arbeit und gratulierte den Preisträgern zur Auszeichnung.