Unterbringung von Asylbewerbern in Stutensee

Integration

Unterbringung und Integration v. Asylbewerbern

In der letzten Sitzung des Gemeinderats informierte Oberbürgermeister Klaus Demal, dass der anhaltende Flüchtlingsstrom allein im Jahr 2015 rund 1,1 Millionen Menschen nach Deutschland brachte, von denen Baden-Württemberg mehr als 100.000 registrierte Flüchtlinge zu verzeichnen hat. Nach derzeitigem Stand sieht die Prognose für das Jahr 2016 einen vergleichbaren Anteil von Asylbewerbern für Baden-Württemberg vor.

Von diesen Zahlen ausgehend, rechnet der Landkreis Karlsruhe für dieses Jahr mit ca. 10.000 Personen die in der vorläufigen Unterkunft, sogenannten Gemeinschaftsunterkünften (GU), untergebracht werden müssen. Somit hätte Stutensee entsprechend dem festgelegten Verteilungsschlüssel 530 Gemeinschaftsunterkunftsplätze zu belegen.

Ende Januar 2016 waren die Unterkünfte in der großen Kreisstadt von 295 Menschen belegt, wobei diese Zahlen einem steten Wechsel unterliegen und daher relativ inkonstant sind. Werden die Flüchtlinge im Sinne des Asylrechts anerkannt, oder können einen länger als zweijährigen Aufenthalt in der Erstunterbringung vorweisen, müssen diese in sogenannten Anschlussunterbringungen untergebracht werden.

Für das Jahr 2016 geht der Landkreis Karlsruhe entsprechend aktueller Prognosen von rund 3.000 Personen, die in der Anschlussunterbringung untergebracht werden müssen, aus. Davon muss Stutensee 147 Menschen aufnehmen.

Derzeit belegen rund dreißig Flüchtlinge eine Anschlussunterbringung in der großen Kreisstadt. Bis vorrausichtlich Ende April sollen zudem die Gebäude im Stadtteil Blankenloch, im Seegrabenweg, bezugsfertig sein. Nach den Erläuterungen von Bürgermeister Dr. Matthias Ehrlein ist hier ist eine Aufnahme von bis zu 120 Personen möglich.

Des Weiteren wird eine bereits bestehende Immobilie in der Eggensteiner Straße saniert, sodass hier eine weitere Unterbringung von 10 Personen möglich ist. Seitens des Landkreises wurden außerdem zwei weitere Objekte von der katholischen Kirche angemietet, diese bieten 20 zusätzliche mögliche Anschlussunterbringungen. Diese können dann von der Stadt übernommen werden.

Weiterhin soll im Stadtteil Spöck bis Anfang 2017 ein weiteres Gebäude zur Anschlussunterbringung fertiggestellt werden.

Der Übergang von den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises in die Anschlussunterbringungen der Stadt wird gemeinsam organisiert und von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des Landratsamtes begleitet. Diese beraten die Menschen sowohl umfassend zu allen anfänglichen Alltagsthemen wie Kindergarten, Schule, Beruf und Ausbildung, Zugang zu Behörden und Institutionen, als auch bei speziellen Fragen zum Aufenthaltsrecht, Gesundheit oder auch Sprachangeboten.

Der Landkreis stellt zu diesem Zweck pro hundert Flüchtlinge jeweils eine Sozialarbeiterstelle zur Verfügung, um die qualifizierte Beratung der Menschen ausreichend zu gewährleisten.

Neben einer entsprechenden Unterbringung ist die frühzeitige und nachhaltige Integration der zugewanderten Menschen die wichtigste Aufgabe, die es gemeinsam mit der Schaffung von Wohnraum zu bewältigen gilt. Um diese Aspekte verbindend voranzubringen, hat sich in Stutensee ein ämterübergreifender Arbeitskreis gebildet, der in regelmäßigen Abständen zusammen mit Gemeindevertretern tagt und Lösungsansätze erarbeitet.

Maßgeblich unterstützend und voranbringend sind auch die regen ehrenamtlichen Helfer, die sich mittlerweile auch im Verein "Flüchtlingshilfe Stutensee e.V." organisiert haben und Teil des Lokalen Bündnisses für Flüchtlingshilfe Stutensee sind. Um die Koordination zu erleichtern und die Integrationsmaßnahmen bedarfsgerecht und konzeptionell auszuarbeiten, hat die Stadt Stutensee eigens eine Integrationsbeauftragte, die bereits seit April 2015 eine Vielzahl an wichtigen Tätigkeiten rund um die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen wahrnimmt.

Nachdem auf den beiden Stutenseer Integrationskonferenzen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Landesministerium für Integration und Bildung organisiert wurden, Konzepte für die nachhaltige Integration von zugewanderten Menschen unter Einbezug der Bürger öffentlich ausgearbeitet worden sind, werden diese in ihren Ideen auch in ganz Stutensee umgesetzt: So werden beispielsweise viele Angebote des Jugendzentrums "GrauBau" oder des Mehrgenerationenhauses Bürgerwerkstatt Stutensee e.V. um Veranstaltungen speziell für Flüchtlinge erweitert, um Begegnungsräume in unmittelbarer Nähe zu den Unterbringungen zu schaffen und die Möglichkeit zu bieten, dass sich Vereinsvertreter sowie Bürgerinnen und Bürger und die Bewohner der Unterkünfte näher kennenlernen können.

Langfristiges Ziel ist es, die neuangekommenen Menschen in Stutensee fest zu integrieren umso ein harmonisches Miteinander zu schaffen.

 

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