Hinter dem Kürzel STEP verbirgt sich der Stadtentwicklungsplan 2035, kurz: STEP 2035, am 24. Juli 2023 vom Gemeinderat beschlossen. Wo geht die Reise hin? Mit STEP 2035 und seinen sechs Handlungsfeldern hat sich die Stadt Stutensee einen Rahmen gegeben, den – wie Oberbürgermeisterin Petra Becker sagt – „wir gemeinsam weiter mit Leben füllen.“
Stadtentwicklungsplan 2035
Im Februar 2020 hatte der Gemeinderat beschlossen, einen Stadtentwicklungsplan mit dem Zielhorizont 2035 als langfristiges und ganzheitliches Strategiepapier auszuarbeiten.
Die Absicht dahinter: den immer komplexer werdenden Herausforderungen und multiplen Krisenlagen begegnen zu können und die Stadt Stutensee zukunftsfähig und lebenswert zu erhalten und gestalten. Die Einbindung von Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung wurde und wird dabei als zentraler Erfolgsfaktor angesehen.
So war der Prozess geprägt von verschiedenen Möglichkeiten der Beteiligung (online, Dialogwerkstatt, Fachforen) sowie vom Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Fachexpertinnen und -experten und der Zivilgesellschaft.
Bekenntnisse, Leitthesen und Schlüsselprojekte wurden gemeinsam erarbeitet - drei Bausteine, die das „Herzstück“ des Prozesses bilden. Sie fassen zum einen die Ergebnisse verschiedenster Gespräche und Diskussionsrunden zusammen. Sie stehen zum anderen vor allem für die künftige Ausrichtung der Stadt, dienen als Wertekompass und Richtschnur.
- Das Strategiepapier „STEP 2035, das im Jahr 2023 vom Gemeinderat beschlossen wurde, steht für eine Antwort auf die Ausgangsfrage: Wie und wohin soll sich Stutensee entwickeln?
- Das Strategiepapier ist eine klare Absichtserklärung, die mit konkreten Ansätzen und Maßnahmen hinterlegt ist und für künftiges Handeln und künftige Entscheidungen verbindlich herangezogen wird.
- Als Querschnittsziel und übergeordnetes Ziel kommt den Aspekten „Nachhaltigkeit“ und „Allgemeinwohl“ besondere Bedeutung zu.
- Grundgedanke ist: Der STEP soll Leitplanke und Leuchtturm für Entscheidungen durch Politik und Verwaltung sein. Dazu soll eine Matrix, die die Ausrichtung des STEP über alle Handlungsfelder hinweg abbildet, eine zielgerichtete Beratung und Beschlussfassung ermöglichen.
Handlungsfeld: Öffentliche Infrastruktur, Digitalisierung, Mobilität
- Bekenntnis: Stutensee ist Teil der Technologieregion Karlsruhe und eine innovative, vernetzte und zukunftsweisende Stadt. Sie stellt den Bedürfnissen und Ansprüchen entsprechende Infrastruktur für die Entwicklung bereit.
Handlungsfeld: Wirtschaft, Arbeit, Einzelhandel, Gewerbe
- Bekenntnis: Stutensee ist und bleibt attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort in der Region.
Handlungsfeld: Wohnen und Leben
- Bekenntnis: Stutensee fördert die Bereitstellung von attraktivem Wohn- und Lebensraum für unterschiedlichste Zielgruppen.
Handlungsfeld: Bauliche und räumliche Entwicklung
- Bekenntnis: Stutensee steht für einen schonenden Umgang mit Flächen. Entwicklungsmöglichkeiten werden gesichert, zielgerichtet verfolgt und bedarfsgerecht umgesetzt unter Beachtung besonderer Qualitätskriterien.
Handlungsfeld: Mensch, Familie, Gesellschaft
- Bekenntnis: Stutensee ist eine bunte, vielfältige und soziale Stadt, welche alle Menschen als Bereicherung und Teil der Gemeinschaft sieht.
Handlungsfeld: Natur, Klima, Energie, Umwelt
- Bekenntnis: Stutensee handelt im Sinne von Natur und Umwelt ressourcenschonend und ökologisch.
Wohnpark Mittendrin, 26. März 2025: Die am Bauprojekt Beteiligten feierten in Stutensee-Blankenloch die Fertigstellung. Nicole Razavi MdL, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen des Landes Baden-Württemberg, sagte, man habe hier zügig, nachhaltig und mit hoher Qualität Wohnraum geschaffen.
Oberbürgermeisterin Petra Becker ordnete das für Stutensee so ein: „Attraktiven Wohn- und Lebensraum für unterschiedlichste Zielgruppen bereitzustellen, ist ein Ziel, zu dem wir uns in unserem Stadtentwicklungsplan STEP 2035 bekannt haben.“ Dass die Stadt mit Partnerin Volkswohnung ein wichtiges Stück Zukunftsvorsorge leisten könne, freue sie „für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger und für ganz Stutensee“.
Drais-Halle, 13. März 2025: Als Schmuckstück und Begegnungsort für Stutensee wurde in Stadtteil Staffort die neue Multifunktionshalle für Sport, Begegnung und Veranstaltungen eingeweiht. Bürgermeisterin Tamara Schönhaar sagte: Der Bau verfolge konsequent die Zielsetzung des Stadtentwicklungsplans weiter – „quer über alle Handlungsfelder hinweg“.
Als Aspekte, die sie mit dem Projekt verwirklicht sieht, nannte sie Chancengleichheit und Teilhabe durch die Bereitstellung hochwertiger Flächen für Vereine, ebenso das Bewahren und Schaffen stadtteilspezifischer Strukturen „im Gedanken an ganz Stutensee“.
Stichwort Stadtgeburtstag, Festwochenende: Die Stadt Stutensee mit ihren Stadtteilen wird 50, Ende Juni 2025 ist der Termin für ein Fest für die Familien mit vielen Programmpunkten und Konzerten für Kinder bei freiem Eintritt auf der Festmeile in Blankenloch.
Entsprechend gibt es ein Mitmachheft für interessierte Kinder von den Stadtbibliotheken – es hat die Stadtteile und auch den Stadtentwicklungsplan 2035 zum Thema. Ebenso informiert die Stadt Stutensee hierzu am Festwochenende – an ihrem Stand beim STUTENSEEBAD.
Bürgersaal Rathaus, 23. Juni 2025: Auf der Tagesordnung für die Sitzung des Gemeinderats stand an diesem Tag der Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz (AMKL). Diesen hatte der Gemeinderat bereits im Juli 2023 als Schlüsselprojekt im Stadtentwicklungsplan STEP 2035 verabschiedet – im Handlungsfeld Öffentliche Infrastruktur, Digitalisierung, Mobilität.
Ziel ist es, nachhaltige Mobilitätsmaßnahmen zu entwickeln, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, den Lärm zu verringern und die Herausforderungen im Verkehrsbereich vor Ort gezielt anzugehen. Mit diesem innovativen Ansatz setzt Stutensee ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige, lebenswerte Stadt, die den Herausforderungen des Verkehrs und des Klimawandels aktiv begegnet.
Weitere Beispiele aus dem Jahr 2024 für die einzelnen Handlungsfelder
Handlungsfeld Öffentliche Infrastruktur, Digitalisierung, Mobilität: Schnelles Internet mit Surfgeschwindigkeiten von mind. 300 Mbit/s für Musik-Streaming, Blockbuster im Heimkino und Videotelefonate im Homeoffice: Ein Kooperationsvertrag mit der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern zu entscheiden, ob die Anbindung an zukunftssicheres Breitband erfolgen kann. Das Zukunftshaus informierte über neue Chancen und auch Risiken in der digitalen Welt.
Im Re@di-Verbund kümmerten sich Fachleute um ein Open-Data-Portal für mehr Transparenz, das im Oktober startete. Wichtige Etappen wurden auch für den Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz (AMKL) und das Ladeinfrastrukturkonzept erreicht: Kick-off der Akteurinnen und Akteure, Online-Beteiligung der Öffentlichkeit, Fachworkshop für den Aufgriff der Impulse im Gemeinderat.
Handlungsfeld Wirtschaft, Arbeit, Einzelhandel, Gewerbe: Ein Magnet für junge Menschen, die sich beruflich orientieren, wurde die mit der Stadtbahn bequem zu erreichende Ausbildungsplattform Stutensee. Praktikum, Ausbildung, Studium: Gut etabliert öffnet die Messe auf dem Festplatz Türen in viele Branchen. Das persönliche Gespräch mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, Firmenchefs und Mitarbeitenden, auch überregional agierender „Player“, ergriffen zahlreiche Besuchende als Chance und klaren Vorteil.
Wie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (internationale) Fachkräfte fi nden, binden und fördern können, zeigte ein Themenabend bei der TUP GmbH & Co. KG gemeinsam mit dem Welcome Center der TechnologieRegion Karlsruhe. An Gastronomie und Handel richteten sich die Marketing-Workshops und Beratungen mit der IHK Karlsruhe und dem Gewerbeverein Stutensee e. V., dazu die Befragung von Passant/-innen im April.
Handlungsfeld Wohnen und Leben: Zwischen Festhalle, STUTENSEEBAD und Ev. Gemeindezentrum gab es im Sommer im Wohnpark Mittendrin in Blankenloch einen Baustellenrundgang. Realisiert von der Volkswohnung GmbH Karlsruhe entsteht auf mehr als anderthalb Fußballfeldern Wohnraum mit kurzen Wegen zu Kita, Schule, und Straßenbahn. Für 350 Wohnungssuchende aus allen Generationen kann es hier von 2025 an eine neue Heimat geben.
Insgesamt 152 neue Wohneinheiten sind vorgesehen – 99 davon zur Miete, die weiteren als Eigentum. Von den Mietwohnungen wird die Hälfte öffentlich gefördert. Der Wohnpark der Partnerin Volkswohnung Karlsruhe ist ein Angebot für Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft für ein Miteinander „mittendrin“ – im Herzen unserer Stadt. Die Wohnungen sind unterschiedlich groß, haben zwei bis fünf Zimmer. Die Zugänge sind stufenlos.
Handlungsfeld Bauliche und räumliche Entwicklung: Krokusweg, Blankenloch: Wo einmal die Gärtnerei stand, können nun 46 neue Wohneinheiten entstehen. Am 16. Dezember beschloss der Gemeinderat dafür den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Der Durchführungsvertrag zwischen der weisenburger projekt GmbH und der Stadt war im Oktober zustande gekommen. Der Bauantrag wurde zum Jahresende erwartet. Jede vierte Wohnung wird gefördert und mehr als ein Drittel barrierefrei sein.
Hilfe für Familien, die sich schwertun auf dem Wohnungsmarkt: Zu Jahresbeginn kaufte die Stadt sechs Wohnungen. Ab Sommer konnten die Familien die Einheiten in den mehrgeschossigen Häusern Jasminweg und Ringstraße beziehen. Der Soziale Dienst und das FamilienBüro waren einbezogen. Auch das Projekt “Wohnen im Alter” in Spöck bleibt wichtiges Anliegen mit der Suche nach einem potenziellen Betreiber mit Betriebskonzept.
An der Hauptstraße Blankenloch wurde - mit Beeinträchtigungen für Umgebung und Verkehr, versteht sich - Modernisierung erkennbar: Concordia-Quartier (Beginn der Freilegung) und Michaelis-Quartier (vor Fertigstellung). Das Ziel dabei: Wohnraum schaffen auf energetisch aktuellem Stand, in der Nähe zu ÖPNV - da, wo Schätze in der Nähe wie das Kerns-Max-Haus (mit Fachwerk aus dem Jahr 1603) dem Ortsbild seinen Wert und Charakter geben.
Stichwort geplante Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe und Schienenguterverkehr. Die Stadt nutzte mehrfach Gespräche im konstruktiven Dialog mit dem Team des Bahnprojekts dafür, die Schutzbedürftigkeit von Mensch und Natur zu verdeutlichen. Neues, weiteres Stichwort Solarpark: Die Stadt begleitet das Vorhaben einer PV-Freiflächenanlage mit Beteiligungsoption für die Bürgerschaft, dazu gab es zu Jahresende Verhandlungen über die Pachtverträge.
Handlungsfeld Mensch, Familie, Gesellschaft: Caribi-Feriendorf für Kinder von 6 bis 13 Jahren in den Sommerferien, Stutensee Cup mit vier Läufen von April bis Oktober, Frauenfrühstück - Solche Angebote setzten Akzente im reichhaltigen Leben unserer Stadt. Dazu kamen ganzjährig Aktionen wie eine Vortragsreihe zum 50-jährigen Bestehen des Thomas-Mann-Gymnasiums. In Spöck wurden im September Spielgeräte und ein Wasserspielplatz an die Kinder im Neubaugebiet übergeben. Das Amt für Bildung, Kultur und Soziales wurde neu geschaffen und wird geleitet von Dr. Eva Böker.
Schließlich die Städtepartnerschaften: Eine Delegation aus Stutensee besuchte vom 26.-29. April Tolna/Ungarn. Wegen der Neuwahlen in Frankreich platzte leider der Besuch aus St. Riquier: Kurzerhand feierten die Stutenseer ein Freundschaftsfest und eine Freiluft-Ausstellung zum Hugenottenkreuz erinnerte an die französischen Wurzeln von Friedrichstal.
Handlungsfeld Natur, Klima, Energie, Umwelt: In die Höhe stieg die Erste Beigeordnete Tamara Schönhaar am 8. Juli im Steigerkorb der Netze BW. Ihr Blick galt nur kurz dem Glockenturm und dem Mainsandstein der Ev. Kirche Stutensee-Staffort, 1899-1901 in neogotischem Stil an der Brühlstraße erbaut. Im Sommer stellten Mitarbeitende der Netze BW letzte Stutenseer Straßenlaternen um auf LED – für viele noch gewöhnungsbedürftig, doch enorm Energie sparend.
Weitere Zeichen für den Klimaschutz waren das durch den Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg vergebene Label Blühstreifen für “Natur nah dran”-Flächen und der in Stuttgart verliehene European Energy Award als Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit kommunaler Energie- und Klimaschutzpolitik – dazu unser Baum- und Strauchprogramm, der STADTRADELN-Wettbewerb freilich und die Aktion Kindermeilen.
Dafür sorgen, dass Menschen in Stutensee gut leben und arbeiten können, gut miteinander auskommen, sich wohlfühlen – das ist uns wichtig. Und es ist uns besonders wichtig bei allem, was wir in den nächsten zehn Jahren tun, also bis zum Jahr 2035. Daran soll uns unser Stadtentwicklungsplan erinnern.
Stutensee soll gute Wohnungen und Häuser haben und wenn die Stadt wächst, um Platz für Menschen und Arbeitsplätze zu schaffen, sollen Pflanzen und Tiere dabei geschützt werden.
Wird ein Haus neu gebaut, kann man es zum Beispiel so planen, dass der Strom und die Wärme aus der Natur kommen – also etwa aus Solarmodulen.
Oder man sorgt dafür, dass es immer mehr Plätze im Freien gibt, auf denen alle sich gerne aufhalten und einander begegnen können.