Kunstausstellung in der Michaeliskirche

Kunst & Kultur

Die Ausstellungen in der Michaeliskirche haben mittlerweile Tradition und sind über Stutensee hinaus bekannt dafür, Kunst in die Kirche zu holen und im wunderbaren Innenraum der Michaeliskirche „sprechen“ zu lassen.

Diesen Oktober gibt es ein absolutes Highlight: den EXODUS-Zyklus von Marc Chagall, komplett und natürlich mit den Original-Lithographien!
Von Samstag, den 13. Oktober bis Sonntag, den 28. Oktober gibt es die Bilder zu sehen und ein reichhaltiges Begleitprogramm. (s.u. und im offiziellen Flyer– Highlights sind sicherlich die Vernissage und die Finissage, die Bildbetrachtungen des Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, des Prälaten unserer Landeskirche Dr. Traugott Schächtele und des Dekans unseres Kirchenbezikes Dr. Martin Reppenhagen)

Kurze Einführung zu: Marc Chagall "The Story of the Exodus" - 40 Originalgrafiken und eine umfangreiche Sammlung jüdischer Kultgegenstände

Bestand

Die Ausstellung zeigt alle 24 Motive aus Chagalls berühmt gewordenen Zyklus „The Story of the Exodus“, der 1966 in einer kleinen Auflage von nur 285 Arbeiten erschien. Den Farblithographien sind 10 biblische Radierungen Chagalls gegenübergestellt, die 20 Jahre früher entstanden sind. 12 Skizzen zu den Glasfenstern von Jerusalem (von Chagalls engem Mitarbeiter Charles Sorlier ausgeführt) und eine umfangreiche Sammlung jüdischer Kultgegenstände, von denen etliche in Chagalls biblischen Bildern immer wieder erscheinen, runden die Ausstellung ab.

Worum geht es in „The Story of the Exodus“?

Das griechische Wort Exodus, Titel der Folge, wurde zum theologischen und historischen Schlüsselbegriff für den Auszug der Kinder Israels aus Ägypten und darüber hinaus zum Synonym für die Befreiung rechtloser und unterdrückter Menschen schlechthin. Vierundzwanzig Farblithographien führen eindrucksvoll in dieses frühe Kapitel jüdischer Geschichte ein. Von der Versklavung in Ägypten, über die Plagen, die Ägypten heimsuchen, über den Durchzug durch das rote Meer, die Wüstenwanderung, die Übergabe der Gesetzestafeln bis zum Erreichen des „gelobten“ Landes Kanaan, nimmt Chagall den Betrachter mit hinein in diesen wichtigsten Abschnitt jüdischer Geschichte ein. 

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, griff Chagall im Exoduszyklus Kompositionen und Motive seines großen biblischen Radierzyklusses (La Bible, 1956) wieder auf, wie er das biblische Thema ja auch wiederholt in der Malerei variiert hat. Er übertrug die reiche Nuancierung der Schwarz - Weiß - Modulation in eine beeindruckende Farbfülle, alle Möglichkeiten, die die Technik der Lithographie bietet, nutzend. Die Jahre, die zwischen der Gestaltung der Lithographien und den Radierungen liegen (ca. zwei Jahrzehnte), machen sich in der Gestaltung vielfach bemerkbar.

Auch bezogen auf die Bildaussage setzt Chagall bei manchen Motiven deutliche Akzente. Überall dort, wo sich interessante Parallelen oder bezeichnende Abweichungen zwischen der Radierung und der Lithographie ergeben, ist der Farblithographie die thematisch entsprechende Radierung gegenüber gestellt. Diese Gegenüberstellung von Radierung und Lithographie führt dem Betrachter eindrucksvoll vor Augen welche inhaltlichen und gestalterischen Veränderungen Chagall vorgenommen hat.
Das Thema des Exodus ist für Juden und Christen gleichermaßen bedeutsam, wie die interessante Wirkungsgeschichte dieses zentralen Textes des Alten Testamentes belegt.

Chagall über seine Beziehung zur Bibel

"Seit meiner frühesten Jugend schon hat mich die Bibel in ihren Bann gezogen ... In Zeiten des Zweifels haben ihre Größe und dichterische Weisheit mich getröstet ... Die Bibel schien mir und scheint mir heute noch die reichste poetische Quelle aller Zeiten zu sein. Die Bibel ist wie ein Echo der Natur, und ich habe danach gestrebt, dieses Geheimnis weiterzugeben."

Chagalls Bildgestaltung

Wer kennt sie nicht, die Geige spielenden Esel, die schwebenden Liebespaare und fliegenden Uhren, die üppigen Blumensträuße des großen jüdischen Malers Marc Chagall. Wer wurde nicht schon vom ekstatischen Farbenrausch Chagallscher Bilder in den Bann gezogen?
Chagall möchte in seinen Werken nicht die Realität abbilden, sondern einen "Seelenzustand" wiedergeben. Er erklärt: „In meiner Kunst füge ich den Regeln des Impressionismus und des Kubismus die Dimension des Psychischen hinzu." Dieses Selbstverständnis Chagalls lässt uns seine oft eigenartig anmutende Bildkomposition verstehen: Wie in Traumbildern verbindet er kaleidoskopartig verschiedene Bildelemente, die zwar aus der Wirklichkeit bekannt sind, die aber in ihrer neuen Anordnung nicht mehr der Realität entsprechen, über die wir Bescheid wissen und verfügen.
Text mit freundlicher Genehmigung durch: Kunst Buch Galerie Traudisch-Schröter 51674 Wiehl

VERNISSAGE
AM 13. OKTOBER, 17:00 UHR
EINFÜHRUNGSVORTRÄGE
DR. EVI MICHAELS, PFARRERIN
HEIDE HARMSEN, KUNSTPÄDAGOGIN
MIT MUSIK DES MICHAELISENSEMBLE
Anschließend Zeit zur eigenen ausgiebigen Betrachtung

Finissage

27. Oktober um 19:30 Uhr
Søren Thies singt Lieder in jiddisch und französisch und erzählt dabei die Geschichte eines Klezmermusikers, der sich aufmacht, um in der Fremde sein Glück zu finden. Die Schwermut Osteuropas trifft für einen Abend auf französische Leichtigkeit. Das Publikum darf lachen, weinen, schmunzeln oder auch einfach nur die Augen schließen und lauschen, wie Musik etablierte Grenzen überwindet.
So wie die Klezmorim immer schon verschiedene Einflüsse in ihre Musik aufgenommen haben, verbindet „Von Odessa nach Paris“ die Provinz mit der Metropole und die Lieder des jüdischen Schtetls mit dem Puls der Großstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ein Programm - wie gemacht für eine Ausstellung mit Bildern von Marc Chagall. Søren Thies wurde 1969 in Hamburg geboren. Er wuchs vor allem mit klassischer Musik auf und entdeckte erst mit 19 Jahren seine Liebe zum Akkordeon. Neben dem Studium der Musikwissenschaft, Völkerkunde und Geographie war er als Straßenmusiker aktiv und spielte in verschiedenen Ensembles Klezmer und Folk. Seit 1996 ist Søren Thies vor allem solo unterwegs. Begegnungen mit Künstlern aus Frankreich, England, Israel, Schweden, den USA und verschiedenen Ländern Osteuropas gaben ihm Impulse, die seinen Stil bis heute beeinflussen. Søren Thies singt in deutsch, jiddisch und französisch und hat eine Reihe eigener Lieder geschrieben, sowie deutsch-jüdische Dichter des 19. und 20. Jahrhunderts neu vertont.

BILDBETRACHTUNGEN und THEMATISCHE FÜHRUNGEN

SONNTAG, 14. Oktober, 20.00 UHR
JÖRG SEITER, PFARRER
GÜNTER FEDRICH, ORGEL
MONTAG, 15. Oktober, 19.00 UHR
LITERARISCHE FÜHRUNG DURCH DAS BUCH EXODUS, BIBELTEXTE,
EIGENE BETRACHTUNG BIS 22.00 UHR
JÖRG SEITER, PFARRER UND ANDERE
DIENSTAG, 16. Oktober, 20.00 UHR
JENS MAIERHOF, PFARRER
HEIKE SCHEUER, KLEZMERMUSIK
MITTWOCH, 17. Oktober, 20.00 UHR
MARGIT FLECKENSTEIN, JUSTIZRÄTIN
LILLI SEITER, GESANG UND KLAVIER
DONNERSTAG, 18. Oktober, 20.00 UHR
DR. TRAUGOTT SCHÄCHTELE, THEOLOGE UND PRÄLAT
Werner & Tatjana Breitenstein, Klavier vierhändig
FREITAG, 19. Oktober, 20.00 UHR
DR. CORNELIUS BUNDSCHUH, LANDESBISCHOF
„DER BRENNENDE DORNBUSCH“
MARTIN KARES, ORGEL
SAMSTAG, 20. Oktober, 19.00 UHR
„DIE ZWÖLF STÄMME ISRAELS“
JÖRG SEITER, PFARRER; DR. HOLGER MÜLLER, PFARRER;
ELKE SEITER, GEMEINDEDIAKONIN
LILLI SEITER; DR. HOLGER MÜLLER, GESANG UND KLAVIER
SONNTAG, 21. Oktober, 18.00 UHR
KONZERT DES KARLSRUHER KAMMERENSEMBLE
J. S. BACH DOPPELKONZERT FÜR OBOE UND VIOLINE
MONTAG, 22. Oktober, 20.00 UHR
NICOLE ENKEKUPFFER, PFARRERIN
KIRCHENCHOR DER MICHAELISGEMEINDE
DIENSTAG, 23. Oktober, 20.00 UHR
DR. MARTIN REPPENHAGEN, DEKAN
UWE HÖHN, AKKORDEON
MITTWOCH, 24. Oktober, 20.00 UHR
MARTIN KLEIN, PFARRER
„HEIMAT UND FLUCHT“
DONNERSTAG, 25. Oktober, 20.00 UHR
LITERATURABEND„BRENNENDE LICHTER“ BELLA CHAGALL
DR. BRIGITTE GEMMEKE; JÖRG SEITER, PFARRER
FREITAG, 26. Oktober, 20.00 UHR
MARC WITZENBACHER, PFARRER
DANIELA HOFHEINZ, QUERFLÖTE
WERNER BREITENSTEIN, KLAVIER

FÜHRUNGEN

SONNTAG, 14. Oktober
11.15 UHR ANNE ZERBANSTIHLER
19.00 UHR ANNE ZERBANSTIHLER
DIENSTAG, 16. Oktober
19.00 UHR JUDITH GÖHRE
MITTWOCH, 17. Oktober
19.00 UHR GERTRUD STIHLER
DONNERSTAG, 18. Oktober
19.00 UHR HEIDE HARMSEN
FREITAG, 19. Oktober
19.00 UHR JUDITH GÖHRE
SONNTAG, 21. Oktober
11.15 UHR ANNE ZERBANSTIHLER
19.00 UHR ANNE ZERBANSTIHLER
MONTAG, 22. Oktober
19.00 UHR MECHTHILD KRETZ
DIENSTAG, 23. Oktober
19.00 UHR HEIDE HARMSEN
MITTWOCH, 24. Oktober
19.00 UHR GERTRUD STIHLER
DONNERSTAG, 25. Oktober
19.00 UHR MECHTHILD KRETZ
FREITAG, 26. Oktober
19.00 UHR MECHTHILD KRETZ
 

SONDERFÜHRUNGEN 

DIENSTAG, 16. Oktober, 14.30 UHR JUDITH GÖHRE
FRAUENARBEIT DES KIRCHENBEZIRKS - OFFENE FÜHRUNG
MITTWOCH, 24. Oktober, 14.30 UHR MECHTHILD KRETZ
SENIORENFÜHRUNG

FAMILIENVERANSTALTUNGEN

FREITAG, 19. Oktober + 26. Oktober
15.00 UHR KINDERAKTIONEN -
KREATIVES GESTALTEN
mit SABRINA HARTLIEB,
CHRISTIANE MÜLLERZILM,
SAMIRA KARLE
SAMSTAG, 20. Oktober
16.00 UHR FAMILIENFÜHRUNG
mit JUDITH GÖHRE