Wohnungsbau und Kommune als Schlüsselfaktoren

Stutensee

Bezahlbare Wohnungen in Stutensee

Maximal 30% des Nettogehalts sollten wir für „Wohnen“ ausgeben müssen, damit wir uns eine Wohnung leisten können. Das ist die einhellige Meinung von Sozialexperten zur Bezahlbarkeit einer Wohnung.

Die Bezahlbarkeit – eine Frage des persönlichen Einkommens

Stutensee wurde schon 2015 vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft als eine von 68 Kommunen in Baden-Württemberg mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft. Die Preise auf dem Markt kennen durch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nur eine Richtung - nämlich nach oben. In Stutensee ist der Immobilienmarkt in allen Lagen, in den Stadtteilen Staffort, Spöck und Friedrichstal sowie im größten Stadtteil Blankenloch mit Büchig in unmittelbarer Angrenzung zu Karlsruhe, so gut wie leergefegt.

Wenn zunehmend der Geldbeutel bestimmt, wie sich Stadtteile und Wohnquartiere zusammensetzen, dann birgt dies unweigerlich das Risiko, dass die Stabilität von Milieus und nachbarschaftlichen Umgebungen gefährdet und damit der gesellschaftliche Zusammenhalt geschwächt wird. Dies zeigen aktuelle repräsentative Studien, z.B. vom Caritas-Verband.

Bezahlbaren Wohnraum anbieten heißt, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen

Das Problem des Wohnungsmangels und der fehlenden Bezahlbarkeit von Wohnraum hat in Stutensee inzwischen auch „Normalverdiener“, die Mitte der Gesellschaft, erreicht.

Vor allem Menschen, die am Beginn ihres Berufslebens stehen, junge Familien aber auch ältere mit überschaubaren Renten haben in Stutensee derzeit kaum Chancen, sich auf dem Wohnungsmarkt versorgen zu können.

Wenn mehr als ein Drittel des verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufgewendet werden muss, dann wird die gesellschaftliche Teilhabe gefährdet.

Wenn die passende Wohnung fehlt oder zu teuer ist bleibt Wohnungssuchenden häufig  nur eine Alternative zur Lösung der Probleme -  der Wegzug, mit dem in Kauf nehmen familiäre, gewachsene  und freundschaftliche Verbindungen aufzugeben, gegebenenfalls auch den Arbeitsplatz.

„Für die Stadt Stutensee und die politischen Vertreter sind der richtige Umgang mit den wohnungspolitischen Herausforderungen deshalb eine soziale Kernfrage“, erläutern Oberbürgermeister Klaus Demal und Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger.

Nur der Bau bezahlbarer Mietwohnungen kann den Mietanstieg langfristig bremsen

 „Mit der Wohnungsbauoffensive des Bundes 2016 und infolge der Gründung der Wohnbau-Allianz für Baden-Württemberg durch die grün-schwarze Landesregierung, wurden wesentliche Grundlagen gelegt, jetzt und zügig den  benötigten Wohnraum schaffen zu können,“ erklärt Tröger. „ Die Zeit ist reif, die Chancen zu nutzen und vorausschauend Wohnungspolitik in und für Stutensee zu gestalten. Deshalb hat der Gemeinderat auch im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen, in die kommunale Wohnraumsteuerung einzusteigen.“

Ein Engagement in dieser Richtung bedeutet, geförderten Wohnraum für Menschen mit Wohnberechtigungsschein zu schaffen, gleichzeitig aber auch bezahlbaren Wohnraum für die Personenkreise bereitzuhalten, die ebenfalls nicht die Höchstpreise an Mieten bezahlen können, auch wenn sie keinen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben. Wenn für diesen zuletzt genannten Personenkreis eine Kaltmiete pro m² angeboten werden kann, die 20% unter dem ortsüblichen Mietpreis liegt, dann ist aus aktueller Sicht die Bezahlbarkeit des Wohnraums gegeben.