Pflegearbeiten in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Karlsruhe e. V.

Natur & Umwelt

Hecken werden abschnittsweise zurückgeschnitten

„Durchgewachsene“ Feldhecke, nördlich von Spöck im Gewann Reut.

Fläche mit Traubenkirschenbeständen im Gewann Storchenäcker.

Die Stadt Stutensee lässt diese Pflegearbeiten teilweise in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Karlsruhe e. V. (LEV) ausführen und stimmt die Maßnahmen bei entsprechendem Schutzstatus einzelner Gehölze auch mit der Unteren Naturschutzbehörde ab. Da die Pflege einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellt und gegebenenfalls wie eine Zerstörung des Lebensraums von Tieren und Pflanzen erscheinen kann, informiert die Stadt Stutensee die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der Heckenpflege in der Feldflur.

Hecken sind wichtige Bestandteile der Kulturlandschaft. Sie beleben und gliedern das Landschaftsbild, sind von großer Bedeutung für die Biotopvernetzung und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen idealen Lebensraum. Die meisten Hecken sind aus mehreren Stockwerken aufgebaut, die aus Kräutern und Gräsern sowie Sträuchern und Bäumen bestehen. Dieser Aufbau bringt eine besonders große Struktur- und Artenvielfalt mit sich. Von vielen Tierarten werden Hecken als Versteck, zur Nahrungsaufnahme und zum Überwintern genutzt.

Damit eine Hecke langfristig erhalten bleibt, muss sie von Zeit zu Zeit gepflegt werden. Ziel der Pflege ist es, eine Überalterung (siehe oberes Bild) der Hecke und den damit verbundenen Rückgang der Artenvielfalt zu verhindern. Im Zuge der Pflegearbeiten werden gemäß Naturschutzgesetz einzelne Abschnitte der Hecke „auf den Stock gesetzt“, das heißt die Gehölze werden etwa 20-40 cm über dem Boden abgesägt und aus der Fläche entfernt. Der vitale Wurzelstock bleibt dabei unversehrt im Erdreich erhalten. Im Laufe der Jahre werden stets wechselnde Abschnitte auf den Stock gesetzt, nie jedoch die gesamte Hecke auf einen Schlag. Auf diese Weise wird die Hecke nach und nach verjüngt, denn die Gehölze treiben nach dem Rückschnitt wieder aus. Sofern vorhanden, werden einzelne markante Gehölze als sog. „Überhälter“ stehen gelassen. Durch die abschnittsweise, räumlich und zeitlich versetzte Pflege bleibt der Großteil der Hecke bei Pflegeeingriffen unberührt und die Heckenbewohner finden weiterhin ihren gewohnten Lebensraum vor. Außer der im Bild gezeigten Feldhecke bei Spöck werden noch Feldhecken in der Nähe von Schloss Stutensee, im Bereich „Alte Bach“ und im Landschaftsschutzgebiet Blankenlocher Wiesen ebenso gepflegt. Auch die in den letzten Jahren begonnenen Pflegeprojekte (z.B. Feldhecke Bruch entlang der Pfinzkorrektion, Gemarkung Staffort) werden fortgesetzt.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass auf einer städtischen Fläche (siehe Bild 2) im Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsäcker (neben dem Biotop „Sandgrube“ Vogelfreunde Spöck) dringend invasive Neophyten (hier hauptsächlich Traubenkirschenbestände) entfernt werden müssen. Diese würden sonst die dort nach Naturschutzgesetz zu schützenden Arten (z.B. Sandbienen) auf Dauer verdrängen. Im Anschluss daran wird dieses wertvolle weitläufige Gelände dem Biotop der Vogelfreunde angegliedert und durch entsprechende Maßnahmen ökologisch aufgewertet. 

Außer den genannten Pflegemaßnahmen werden an einigen weiteren Bereichen der Gemarkung Stutensee kleinräumige Rückschnitte zur Verkehrssicherung an Gehölzen vorgenommen. Während der Arbeiten werden Teilbereiche für den Publikumsverkehr gesperrt. Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis. Für Fragen rund um die Heckenpflege steht Ihnen gerne die Stabsstelle Umwelt der Stadt Stutensee (Telefon 07244/969-275) zur Verfügung.