Hornissennest in Blankenloch mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee entfernt

Natur & Umwelt

Asiatische Hornisse in Stutensee

Hoch in einer Baumkrone befand sich das Nest der Asiatischen Hornissen.

Mithilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee wurde das Hornissennest in der Badstraße entfernt.

Auch vor dem Tierreich macht die Globalisierung nicht halt. Gemeint ist das weltweite Auftreten von sog. Neozoen (griechisch „neos“ = neu und Sing. „Zoon“ = Lebewesen), wobei sich dieser Begriff ausschließlich auf Tiere bezieht (gebietsfremde Pflanzen heißen Neophyten). Neozoen sind also Tiere, die sich außerhalb ihrer ursprünglichen „Heimat“ ausbreiten. In ihrem neuen Verbreitungsgebiet haben sie meist keine natürlichen Feinde und verdrängen in der Regel einheimische Arten.

Ein solches Neozoon ist die Asiatische Hornisse, Vespa velutina. Ursprünglich ist diese Hornissenart in Südchina und auf Taiwan, in Ostindien und auf den indonesischen Inseln beheimatet. Vermutlich auf dem Seeweg gelangten die Tiere nach Europa, wo sie erstmals 2005 im Südwesten Frankreichs nachgewiesen wurden. Von dort dehnten sie sich fast über ganz Frankreich, den Norden Spaniens und Portugals aus und über das Rhone- und Rheintal jetzt auch bis nach Deutschland. Dort gab es 2014 die erste Sichtung in Rheinland-Pfalz, 2016 dann in Freiburg.

In diesem Jahr wurden speziell in Blankenloch immer wieder einzelne Exemplare der Asiatischen Hornisse beobachtet und an die Stadtverwaltung gemeldet. Es war zunächst nicht möglich, das Heimatnest dieser Tiere zu lokalisieren. Das verwundert aber insofern nicht, als die Nester meist in großer Höhe in Bäumen gebaut werden. Solange dann das Laub am Baum ist, sind sie vom Boden aus nicht erkennbar. Mit Beginn des herbstlichen Laubfalls änderte sich die Situation: Am vergangenen Mittwoch kam dann aus der Bevölkerung der Hinweis auf ein Hornissennest an einem Baum im Einfahrtsbereich zum Parkplatz Altes Hallenbad. Eine erste Sichtung bestätigte den Verdacht, dass es sich tatsächlich um ein Nest der Asiatischen Hornisse handelt. Damit war das Heimatnest der in diesem Jahr umherschwirrenden Tiere gefunden.

Umgehend wurden von der Stadt die erforderlichen Schritte in die Wege geleitet, um das Nest fachgerecht entfernen zu können. Diese Aktion erfolgte dann am letzten Freitag durch einen speziell geschulten ehrenamtlichen Hornissenfachberater unter Einsatz der Drehleiter der freiwilligen Feuerwehr. Die im Nest befindlichen Tiere wurden lebend abgesaugt. Zusammen mit dem imposanten Nestbau gehen sie ans Museum für Naturkunde Karlsruhe. Dort werden sie genetisch untersucht, um etwa Aufschlüsse über ihre genauen Lebensgewohnheiten oder ihre Ausbreitung zu erhalten.

Im Gegensatz zur heimischen Hornisse steht ihre entfernte asiatische Verwandte nicht unter demselben Artenschutz. Aufgrund ihrer Gewohnheit, etwa ein bis zwei Drittel ihrer Nahrung über unsere Honigbiene zu bestreiten und sich zudem rasant auszubreiten, greift sie massiv in den Bienenbestand ein. Neben dem gewaltigen ökologischen Schaden, der dabei entstehen kann, fällt auch der wirtschaftliche Aspekt ins Gewicht. Deshalb muss die Asiatische Hornisse bekämpft werden. Das steht übrigens nicht im Widerspruch zum sogenannten Insektensterben. Dieses würde wegen der Ernährungsgewohnheiten der Asiatischen Hornisse eher noch beschleunigt werden, würde man ihrer Ausbreitung nicht Einhalt gebieten.

Das Auftreten der Asiatischen Hornisse ist meldepflichtig (Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt, Regierungspräsidium, Landesanstalt für Umweltschutz  Baden-Württemberg). Der Einfachheit halber genügt die Meldung an die Stadtverwaltung (Umwelttelefon 07244/969-275 oder per E-Mail an umwelt@stutensee). Wichtig ist es, den genauen Ort der Sichtung zu nennen, die Anzahl der beobachteten Tiere und wenn möglich die Flugrichtung, in der die Tiere wegfliegen (aus der Flugrichtung kann man auf den potentiellen Neststandort schließen). Die diesjährige Flugsaison der Hornissen, der einheimischen wie der Asiatischen, ist weitgehend vorbei. Unterwegs sind allenfalls noch die Königinnen auf der Suche nach einem Winterquartier. Helfen Sie bitte in der nächsten Saison (ab Frühjahr 2019) mit, unsere Honigbienen zu schützen, indem sie ihre Beobachtungen an die Stadt melden.